| |
das leben ist grundsätzlich ein wundervolles und bietet eine fülle verschiedenster möglichkeiten - fast zu viele, wenn man es genau nimmt. um sich in diesem wühltisch der herrlichkeiten nicht zu verlieren, braucht man strategien, um sich die übersicht zu bewahren.
schon die bandgeschichte des luzerner trios triage ist ein einziges exempel eines ausdauernden prozesses von trial and error. wie beim triagieren die minderwertige ware ausgesondert wird, so hat sich die band mühsam durch die vielfalt ihrer optionen gekämpft. gegründet im sommer 2000 kamen und gingen nicht nur musiker, sondern
|
 |
auch die genres. unvergessen das konzert, das aus zehn songs in zehn verschiedenen stilen bestand. doch das zähe durchhalten hat sich gelohnt. seit triage auch noch mehrere, längere auslandsaufendhalte überlebt hat, ist die band im april 2003 zu einer festen form gesundgeschrumpft - und zum eigenen sound. der indie-pop von triage ist also bewusst erarbeitet, schliesslich hatte die band in all den jahren stets ein ziel vor augen: die eigene musikalische identität. selbst auf coverversionen verzichtet die band, um sich nicht ablenken zu lassen. entstanden ist so ein sound, der von sanft pulsierenden gitarren geprägt wird,
|
 |
gelegentlich den rocker ausbrechen lässt und vor allem durch überraschende arrangements besticht. scheinbar besinnlich wird in den liedern von triage beispielsweise über den unterschied sinniert, sich selbst zu sein oder einem traumbild entsprechen zu wollen. nur soll man sich von dieser nachdenklichkeit nicht täuschen lassen. unter der melancholischen färbung der songs droht stets der ausbruch, das lospreschen und -schlagen. deshalb hüte man sich auch, triage auf die melancholie zu reduzieren: mitunter das trio ist ein ausgesprochen fröhlicher haufen. und ein sehr sorgfältig ausgesuchter noch dazu.
|